Hotel Webcam 
Reschensee Live

Die Geschichte über den Reschensee

Auf 1520 m Seehöhe liegt der Reschensee. Mit 677 ha Wasserfläche, einer Länge von 6 km und einer Breite von 1 km das größte Gewässer Südtirols. Markantestes Zeichen des Sees: ein romanischer Turm aus dem 14. Jahrhundert, der aus ihm herausragt. Dieser Kirchturm ist der erste Hinweis, dass es sich beim Reschensee in seiner heutigen Form mitnichten um einen natürlichen See handelt…

Zeitsprung: Am Sonntag, 9. Juli 1950 findet in Alt Graun die letzte Messe statt. Das Gotteshaus ist ausgeräumt: die Orgel wurde bereits entfernt, die Seitenaltäre sind abgebaut. Das Dorf liegt im Sterben. Am 16. Juli 1950, um 8 Uhr abends, läuten zum letzten Mal die Glocken. Eine Woche später wird die Kirche gesprengt.

Die Frage die sich stellt: wieso musste Graun und ein Teil der Ortschaft Reschen überhaupt den Fluten weichen? Bis 1950 gab es hier 3 Seen: den Reschensee, den Mittersee und den Haisersee. Strom war ein gefragtes Gut geworden, die Einwohner hatten dem „nationalen Interesse zur Stärkung der einheimischen Industrie“ zu weichen.

Schon im österreichischen Kaiserreich hatte es hier ein Projekt für einen Stauseeprojekt gegeben. 1920 wurde diese Idee von der italienischen Regierung übernommen. Das Vorhaben sah die Anhebung des Wasserspiegels um 5 m vor. Es gab wenig Widerstand gegen diese Idee, denn eine solch geringe Anhebung des Wasserspiegels hätte auf die Ortschaften Graun und Reschen keine Auswirkung gehabt. 1939 gab es von der nationalen Energiegesellschaft eine Überarbeitung des Projektes, das nun eine Anhebung des Wasserspiegels um 22 m vorsah. Wenige Tage, nachdem das Optionsabkommen zwischen Hitler und Mussolini unterschrieben worden war, wurde dieses Projekt in den betroffenen Ortschaften veröffentlicht. 8 Tag Zeit blieb den Bewohnern, dagegen zu rekurieren. Die Veröffentlichung war allein in italienischer Sprache verfasst worden und nur an wenigen Stellen aufgeschlagen. Aus diesem Grund  konnte der beauftragte Gemeindesekretär nach Ablauf dieser Frist vermelden, dass es keinen Widerspruch gegeben hatte. Der Kriegsausbruch machte den Plänen dann aber vorerst einen Strich durch die Rechnung.

Als nach Kriegsende wieder demokratische Verhältnisse herrschten, glaubten die betroffenen Anwohner, dass das

Projekt nun fallen gelassen würde. Doch es kam anders: am 20. März 1947 wurde der Bevölkerung mitgeteilt, dass die Arbeiten am Stauprojekt nun begönnen und bis 1949 abgeschlossen wären. Die Hilferufe der Bevölkerung an die Politik und sogar an den Papst blieben ungehört. Das Dorf wurde geräumt.

163 Häuser wurden gesprengt, 523 ha Kulturboden wurden geflutet. 70% der Bevölkerung wanderte ab, die Landwirtschaft hatte einen Nutztierrückgang von 70% zu beklagen.

Geblieben ist die Erinnerung an zwei Ortschaften, die nun am Seeboden schlummern. Erinnerungen an ein Tal, wo heute nur noch Wasser ist. Und geblieben ist der Kirchturm, der wie ein Mahnmal aus den Fluten ragt und die Frage in den Raum stellt, welche Opfer der industriellen Entwicklung noch gebracht werden sollen.

Heute ist der Reschensee ein Eldorado für Wassersportler: Die große Wasserfläche und der legendäre Vinschger Wind machen ihn zu einem Mekka für Wind- und Kite Surfer.

Eine Antwort auf Die Geschichte über den Reschensee

Unser Hotel
Social Media
Visit Us On TwitterVisit Us On FacebookVisit Us On GooglePlusVisit Us On YoutubeCheck Our Feed
Impressionen
Webcams Reschen
News per eMail
Vinschgaukarte

HolidayCheck